Rothland, M., Terhart, E.: Beruf: Lehrer - Arbeitsplatz: Schule
Charakteristika der Arbeitstätigkeit und Bedingungen der Berufssituation
- Die Lehrer-Schüler-Beziehung ist keine freiwillige, sondern eine ?erzwungene".
- Der Erfolg der Lehrerarbeit ist nicht allein von seinen Bemühungen als Einzelperson abhängig. Sie enthält somit eine Unsicherheit über seine Erfolge, wenig gesicherte Rückmeldungen
- Lehrer ist ein Beruf ohne Karriere und ohne Berufsgeheimnis! Jeder kennt diesen Beruf, der nicht über eine besondere Technologie verfügt.
- Die Qualität des Lehrers bemisst sich im Kern an der Qualität seines Unterrichts.
- Der Beruf ist gespickt mit Spannungsverhältnissen: Nähe/Distanz, Person/Sache, Einheitlichkeit/Differenz, Organisation/Interaktion, Autonomie/Heteronomie
- Das Image der Lehrer ist trotz wachsender Aufgaben und gesellschaftlicher Verantwortung immer noch problematisch, für die Lehrer selbst belastend. Aber zugleich wird die Berufsausübung auch als sehr schwierig eingestuft.
V. Dick, R., Stegmann, S.: Belastung, Beanspruchung und Stress im Lehrerberuf -
Theorien und Modelle
Das Paradox pädagogischen Handelns ist, dass etwas von außen verändert werden soll, was in letzter Konsequenz nur von innen verändert werden kann. Unterricht ist und bleibt ein kooperativer Prozess.
Krause, A., Dorsemagen, C., Ergebnisse der Lehererbelastungsforschung: Orientierung im Forschungsdschungel
- Ein Viertel der Lehrkräfte fühlt sich in Deutschland sehr gestresst! 80% der Schweizer Lehrer sind zufrieden. Generelle Zufriedenheit kann auch mit höherem Stresserleben einhergehen.
- Pensionsabsichten haben 9,8% der Lehrerschaft.
- Sucht- und Risikoverhalten ist bei Lehrern nicht erhöht.
- Folgende Kriterien sind für die hohe Lehrerbelastung maßgeblich:
- Autoritätsverluste und fehlende Wertschätzung
- viele Anforderungen, wenig Anerkennung
- Brennpunktschulen erzeugen höhere Belastungen als z.B. Gymnasien
- Arbeitssituation an einzelner Schule für Belastung sehr entscheidend
- hohe Bedeutung der Lehrerpersönlichkeit bei Belastungsverarbeitung: unrealistische Ansprüche sind bester Prädikator von Stress (Schmitz/Leidl 1999), nicht dagegen besondere Begeisterung für den Beruf - Problemorientierte Strategien konnten negative Belastungen von Lehrern eher reduzieren als emotionsorientierte
- Häufige emotionale Dissonanzen, besonders vorgetäuschte Emotionen, die den eigenen Wertvorstellungen widersprechen, haben negative Auswirkungen auf die Lehrergesundheit.
- Kritische Situationen für Lehrer ergeben sich besonders bei der Zusammenarbeit mit Schülern;
- Der Anteil der Lehrerwörter liegt zwischen 50% und 80% Redeanteil.
- Unterricht von Lehrern des Typs G wurde von den Schülern am positivsten beurteilt.
- Da Lehrer viele Beanspruchungsfolgen zeigen, müssen die strukturellen Bedingungen ebenfalls verbessert werden!
Schaarschmidt, U., Kieschke, U., Beanspruchungsmuster im Lehrerberuf
Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus der Potsdamer Lehrerstudie
- Inzwischen liegt die Untersuchung von mittlerweile 7600 Pädagogen mit AVEM hinsichtlich 11 Kriterien vor,
- Das Muster G hat überaus günstige Voraussetzungen für erfolgreichen Lehrer, Das Muster A ist oft hochgeschätzt wegen ihres Engagements, aber auf Dauer sind die Kraftreserven verbraucht, Beim Muster B ist kaum vorstellbar, dass das ein guter Lehrer ist, Muster S ist wegen des geringen Engagements wohl ein ernstes Hindernis für erfolgreiche Arbeit
- Die Muster haben hohe Gesundheitsrelevanz: A und B haben viele körperlich-funktionelle Beeinträchtigungen, B noch zusätzliche psychische Beschwerden