I N F O S - Wissenswertes über Stress

Stress ist eine Anforderungssituation, die Sie persönlich erleben. Dabei kann Ihr Erleben unterschiedlich ausfallen:

Positiver Stress - 'Eustress'

  • Die Anforderung/Situation wird als Herausforderung erlebt, der man sich gern stellt.
  • Man hält sich für kompetent genug, die Situation zu meistern.
  • Man denkt, dass man wahrscheinlich erfolgreich sein wird.

Negativer Stress - 'Disstress'

Die Anforderung/Situation wird als unangenehm / belastend / überfordernd angesehen, man möchte sie gern umgehen.

  • Man glaubt, die Aufgabe nicht erfolgreich meistern zu können.
  • Man fühlt sich als Opfer dieser Situation - quasi hilflos.

Entscheidend ist immer, wie Sie die Situation in Ihrer momentanen Verfassung bewerten:

Je mehr Kompetenzen und Erfolgserwartung sie besitzen, desto eher werten Sie Anforderungen als positive Herausforderung.

Erleben Sie Stress dagegen negativ, so müssen Sie mit unangenehmen Reaktionen Ihres Organismus rechnen. Dabei können je nach individueller Neigung verschiedene Symptomenkomplexe auftreten, die auch zu dauerhaften Störungen (Konsequenzen) führen können.
Stressreaktionen

  • körperlich: Zittern, Zähneknirschen, Spannungskopfschmerz
  • vegetativ:  Schwitzen, Herzklopfen, Übelkeit
  • emotional: Gereiztheit, Ärger/Wut, Versagensgefühle
  • kognitiv:    Konzentrationsmängel, Gedankenspiralen, gleichzeitige Vorhaben

Dauerhafte Störungen (Konsequenzen)

  • körperlich: allgemeine Verspanntheit, Ticks, leichte Ermüdbarkeit
  • vegetativ:  Migräne, Magengeschwüre, Schwindel
  • emotional: Aggression, Depression, Angstzustände
  • kognitiv:    Tagträume, Leistungsstörungen, Rigidität

Kontrollierbarer Stress - Unkontrollierbarer Stress

1. Kontrollierbarer Stress

Wenn Ihnen eine neue und schwierige Anforderung begegnet, für die Sie aber bald eine sinnvolle Lösung oder Bewältigungsstrategie entdecken, dann werden die anfangs mobilisierten Stressreaktionen (über das kurzfristig wirksame Stresshormon Adreanlin) schnell zurückgehen. Sie haben eine kontrollierbare Stressreaktion erlebt, die außer der vorübergehenden Anspannung vor allem positive Konsequenzen für Sie beinhaltet:

  • Stärkung Ihrer Stresstoleranz:
     
    Zukünftige ähnliche Anforderungen werden Sie gelassener und sicherer meistern können
  • Verbesserung Ihres Selbstbewusstseins:
     
    Sie fühlen sich gestärkt durch die erfolgreiche Beherrschung dieser schwierigen Situation.
     Diese positiven Erfahrungen lassen Sie neue Anforderungen eher als Herausforderung erleben.
  • Verbesserung Ihrer Flexibilität:
     
    Sie haben sich neue Handlungsalternativen erarbeitet, die Sie variabler und sachgerechter
     reagieren lassen.
  • Verbesserung Ihrer Handlungsmotivation:
     
    Positiv bewältigte Anforderungen hinterlassen neue Motivation für schwierigere Aufgaben.
     Sie können möglicherweise zielgerichteter und einfach freudiger vorankommen.

Stellen Sie sich also ruhig kleineren Stressreizen. Gehen Sie mutig auf Sie zu und probieren Sie, diese kreativ zu bewältigen. Drücken Sie sich also nicht vor für Sie noch gerade so beherrschbaren Anforderungen! Lernen Sie viele verschiedene Bewältigungsstrategien und Sie können viel gelassener im Alltag reagieren. Nutzen Sie Ihre Chancen und lassen Sie sich schnell professionell helfen, wenn Sie sich überfordert fühlen. Auch für Sie haben wir Wege aus dem Stress.

2. Unkontrollierbarer Stress

Von dem förderlichen und kurzfristigen Stress sollte der unkontrollierbare Dauerstress unterschieden werden, für den keine angemessenen Lösungen gefunden werden können. Dieser Stress, den wir als Dauerbelastung und oft als Bedrohung empfinden, lässt uns leicht abstumpfen und befördert uns schnell in ein Lebenstief. Er kann uns lähmen und uns viele Kräfte rauben (Wir stehen dann unter dem Einfluss eines Nebennierenrindenhormons namens Cortisol). Unkontrollierter Stress breitet sich besonders dann aus, wenn wir uns über lange Zeiträume überfordern oder überfordert werden, ohne dass wir uns dagegen wehren können. Typisch ist diese Stressform  generell für Umbruchphasen (Pubertät, midlife-crisis). Aber auch hier gibt es Wege aus diesem für uns gefährlich werdenden Stress. Schaffen wir es nämlich, ganz neue Einstellungen und Lösungsmuster als bisher zu entwickeln, so kann auch dieser Stress hilfreich sein, um unser Lebenskonzept neu auszurichten und uns von alten, unbrauchbaren Wegen zu trennen.

Nimmt uns der unkontrollierbare Stress aber immer weiter gefangen und wir suchen oder finden keine Auswege (Verdrängen; Betäuben, Aufstauen), dann haben wir mit erheblichen negativen Stresskonsequenzen zu rechnen:

  • Gefühle von Hilf- und Hoffnungslosigkeit, Depressionen, Opferhaltungen, Kontrollverluste, Sinnkrisen, unnatürliche Müdigkeit und Erschöpfung, Leistungsverlust und Leistungsunlust
  • verminderte Reaktionsbereitschaft und eingeschränkte Handlungsflexibilität, auffallende Sturheit und Rigidität, Vorurteile, Schwarz-Weiß-Typologien, sogar Absterben von bestimmten Gehirnzellen  für Lernen und Gedächtnis
  • unnatürliche Hungergefühle, Gewichtszunahme besonders als Bauchfett ("Rettungsring")
  • Abnahme körpereigener Fresszellen und damit erhöhtes Infektions- und insgesamt erhöhtes Krebsrisiko (vor allem Brustkrebs), besonders nach traumatischen Schockerlebnissen

 
Wenn Sie sich also schon länger im Stress gefangen fühlen, innerlich darunter leiden und vielleicht auch schon Konsequenzen an sich bemerkt haben, dann sollten Sie aktiv nach individuellen Wegen suchen. Sie haben die Chance zu Veränderungen in Ihrem Leben. Probieren Sie neue Bewältigungsstrategien aus, die Ihnen das Team von weg-vom-Stress gern aufzeigt. Ergreifen Sie diese Chancen und führen Sie wieder ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben.