A K T I V gegen Stress

Gedanklicher Einstieg

Bitte verdeutlichen Sie sich einmal den ursprünglichen Funktionszusammenhang von Stress:

Stress ist ursprünglich eine das Überleben sichernde Flucht- oder Kampfreaktion mit einer Generalmobilmachung des Körpers, die uns vorbereitet auf ein aktives Bewältigen des Stresses. So erhöht sich vor allem über das Hormon Adrenalin, später auch Cortisol die Spannung in der Muskulatur, Energien aus der Leber werden mobilisiert, die Sauerstoffversorgung wird optimiert. Wir sind nervlich gespannt und voll konzentriert, also sprung- oder einsatzbereit.
In unserer heutigen Zivilisation sind wir jedoch nur selten in der Lage, Stressereignisse mit starker muskulärer oder körperlicher Aktivität zu beantworten, auch wenn das die natürlichste und effektivste Form der Bewältigung wäre.
So entwickeln sich bei uns im Stress schnell für uns unangenehme Stressstaus mit starken Puls- und Blutdruckreaktionen und hoher nervlicher Erregung, die noch lange nach der Stesssituation in uns weiterwirken können  und uns belasten. Haben wir es dauerhaft mit solchen unverarbeiteten oder unkontrollierbaren Stressreaktionen zu tun, dann entwickeln sich negative Stressfolgen in unserem Körper, die sich zu echten Krankheitsgefahren oder sogar zu stressbedingten Krankheiten wie Fehlregulationen, Erschöpfungszuständen oder Infarkten entwickeln können.

Wir haben aber die Chance durch frühzeitige aktive Betätigungen schon während des Stresses, aber auch noch danach diese Stressstaus zu verringern bzw. vollständig abzubauen

Zur sportlichen Praxis

Im Folgenden wollen wir Ihnen ein System zum gezielten Stressabbau durch Bewegung vorstellen, das Sie fast überall in die Lage versetzt, Stress gezielt über verschiedene Bewegungsmöglichkeiten abzubauen. Je nach Ihren zeitlichen Möglichkeiten und individuellen Vorlieben können Sie sich geeignete Übungen auswählen.

Nutzen Sie in jedem Fall die Chancen des Stressabbaus über Bewegung. Folgende Wirkungen stehen dabei im Vordergrund:

Schneller Stresshormonabbau und damit Abbau von körperlichen und psychischen Stressreaktionen
Bindung der Konzentration und damit Erholung kognitiver und nervlicher Strukturen
Harmonisierung der Atmung und anderer vegetativer Körperfunktionen
Abbau von Spannungszuständen in der Muskulatur
Stimmungsaufhellung über andere Erlebnisqualität

Insbesondere regelmäßige Ausdauerbelastungen können Stressreaktionen nachhaltig abbauen und vor allem präventiv wirken. Sie stärken das Herz-Kreislaufsystem und können den gefürchteten stressbedingten Veränderungen der Gefäße mit Blutdruckerhöhungen (Infarktgefahr) entgegenwirken, indem sie die Durchblutungsverhältnisse und die Sauerstoffversorgung erheblich verbessern.

Über regelmäßige Ausdauerreize wird zusätzlich die vegetative Tonuslage gesenkt, die der ?Dünnhäutigkeit? im Stress entgegenwirkt. Gleichzeitig lässt sich das Immunsystem stärken, das bei starken Stressbelastungen oft stark in Mitleidenschaft gezogen wird.