Folien zur Streitschlichtung/Mediation in der Schule
Mediation ist ein Konfliktvermittlungsverfahren über neutrale Streitschlichter.
Folgende Grundideen sind bei der Mediation maßgebend:
Verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen, die sich erheblich auf das Schulleben auswirken, erfordern neue Wege der Konfliktbewältigung:
Wir brauchen positiv orientierte Modelle zur Konfliktbearbeitung, die gegenseitige Anerkennung und Empathie fördern sowie eine offene und wertschätzende Kommunikationskultur entwickeln, u. a. die Einführung der Mediation.
Es eignen sich besonders die Konflikte der mittleren Ebene (Rangeleien, Beschimpfungen, Unterrichtsstörungen), die das soziale Gefüge bzw. den sozialen Frieden beeinträchtigen. Kriminelle Konflikte der oberen Ebene, eindeutige Regelverstöße sowie Bagatellen mit direkter Verhandlungsmöglichkeit eignen sich nicht unbedingt für die Mediation im Schulbereich.
Bei der Praktizierung regelmäßiger Mediation ergeben sich folgende Vorteile:
Als nachteilig werden der höhere Zeitaufwand für die Konfliktverhandlung selbst, für die Ausbildung und die Betreuung angesehen. Teilweise werden auch Autoritätsverluste des Lehrers befürchtet.
Bevor eine Verhandlung möglich ist, müssen die Streitenden vielfach zunächst getrennt werden. Erst nach einer Abkühlungsphase (aktiver Stressabbau) kann eine Mediation unter folgenden Voraussetzungen durchgeführt werden:
Über ein einleitendes Setting werden zu Beginn die Probleme jeder Partei definiert, um dann in die Erhellungsphase, d. h. die Aufklärung der Hintergründe des Konflikts einzusteigen. Das ist das Kernstück der Mediation. Über das angeleitete Wahrnehmen der anderen Seite wird Wandel ermöglicht. Erst dann erfolgt eine Lösungssuche und schließlich eine von beiden Seiten getragene Vereinbarung.
Mediation hat sich aus der Friedensforschung entwickelt und wird zunehmend in Politik, Wirtschaft, Schule, aber vor allem in Scheidungsfragen eingesetzt. Am verbreitetsten ist das Verfahren in den USA, wo bereits 30% aller Schulen Mediation durchführen. Auch im Berliner Raum gibt es an vielen Schulen Konfliktlotsen, geformt und unterstützt besonders durch Jamie Walker, Ortrud Hagedorn, Angela Mickley.
Voraussetzung für die Implementierung ist ein Konsens im Kollegium und den angegliederten Gremien. Eine Vorbereitungsgruppe sollte die speziellen Zielvorstellungen und die Einpassungsmodalitäten abklären und koordinieren. Folgende Ansatzpunkte sind möglich:
Streitschlichter-Arbeitsgemeinschaft
Interessierte Schüler bzw. die Klassensprecher trainieren Mediation unter der Leitung von erfahrenen Coachs über ca. ein halbes Jahr im Rahmen von 2 Unterrichtsstunden pro Woche.
Training und Information der Lehrerschaft
Das Kollegium wird ausführlich über das Projekt informiert, organisiert ggf. einen Fortbildungstag unter dieser Thematik. Interessierte Kollegen können an einem Mediationstraining teilnehmen.
Mediationsraum
Für eine angenehme Verhandlungsatmosphäre ist ein ruhiger und entsprechend ausgestatteter Mediationsraum erforderlich, in dem Materialien zum Stressabbau und notwendige Formulare u.ä. vorhanden sind.
Unterstützende schulische Aktivitäten
Sinnvoll sind Unterrichtseinheiten zum sozialen Lernen, die den Mediationsprozess vorbereiten und fördern, so dass auch klassenintern gearbeitet werden kann. Ein WUFF-Kurs "Interaktionsspiele" o.ä. wäre denkbar sowie Projekttage zur Gewaltprävention. Die Eltern- und Schülervertretungen können in den Gesamtprozess einbezogen werden. Problematisch ist oft die Finanzierung.
Unser Lehrersorgen-Telefon: 030 - 40 58 44 14